Liebe Frau Lange, wir sind wohlbehalten zurück im kalten Deutschland, zurück aus dem südamerikanischen Sommer.
Das Weihnachtsfest mit unserer Freundin war sehr harmonisch und wir konnten die „alten“ Orte im Süden Chiles wiedersehen. Die Provinzhauptstadt Temuco erschien uns noch hässlicher als vor 10 Jahren. Wie wir von Paulina erfuhren, hat auch der deutsche Konsul sein Büro von Temuco nach Villarica verlegt. Da ist es einfach schöner. Auch Pucol und Valdivia zeigen einigen Verfall. Die wirtschaftliche Lage lässt es offenbar nicht zu, alles zu pflegen. In Puerto Varas waren wir im gleichen Hotel wie vor 10 Jahren und immer noch empfehlenswert. Die Natur ist natürlich immer noch paradiesisch. Von Paulines Terrasse direkter Blick über Wiesen und Wälder auf den Villarica. Als Terme haben wir eine neue ausprobiert: Termal Botanico Park in Pucol. Sehr gut!
Der Mietwagen von Sixt in Chile war sehr gut, der von EuropCar in Uruguay weniger. Auch haben sie dort in Montevideo zuerst ein Papier als Voucher verlangt, das es bei elektronischer Buchung nicht gibt. Dann schrieb die Dame vollen Tank auf, wo nur gerade 50 km noch an Reichweite im Tank waren. Merkwürdige Entschuldigungen kamen dann. Nicht mehr EuropCar !
In Uruguay war die Vielfalt der Küste zu erleben. Die Unterkünfte waren alle empfehlenswert. In Cabo Polonio gibt es mittlerweile auch Strom zu bestimmten Zeiten. Er wird aus Solar und Wind gewonnen. Dort waren wir zum Geburtstag meiner Frau und konnten im Hotel Perla das beste Essen genießen. Auch das Frühstück war das beste. Das Zimmer war jedoch winzig und wir schliefen im Etagenbett, kein Fenster, nur eine Luke unter dem Dach. Beeindruckend waren die Robben auf den Felsen unter dem Leuchtturm.
Nach Punta del Este machten wir einen Tagesausflug von La Paloma aus. 30 bis 35 Grad waren dann sehr ermüdend, sodass wir zu Mitternacht ganz in Ruhe in La Paloma aufs Neue Jahr angestoßen haben.
Punta del Diablo war dann der Ballermann Uruguays. Volle Strände und Bars mit Caipis überall. Touristen, besonders aus Brasilien und Argentinien, bringen Devisen ins Land. „Künstler/innen“ und solche, die sich dafür halten, bieten billigen Schmuck oder andere Dinge an.
Dagegen ist Jose Ignacio ein starker Kontrast: Teure Villen, viele Kunstgalerien und Luxus Boutiquen beherrschen den Ort. Auch die Kleidung der Gäste zeigt, dass sie alle Geld haben. Viele Immobilienmakler preisen Grundstücke oder Häuser an.
Von da sind wir zur Fundation Pablo Atchugarry gefahren. Dieser uruguayische Bildhauer hat auf einem riesigen Gelände mehrere Museumsbauten und einen Park mit Skulpturen (nicht nur seine eigenen, angelegt. Unbedingt sehenswert.
Von dort sind wir zur nahegelegenen Estanzia Santa Cruz gefahren. Es fand gerade ein Frauen-Polo-Turnier statt. Der Eigentümer, Michael, war vor vielen Jahren von Deutschland nach Uruguay ausgewandert und hat dort mit seiner Frau (Bolivianerin) die Estanzia gegründet.
Die verschiedenen Lagunen boten Vögel für die Kamera, aber auch der Santa Teresa Nationalpark mit den Wasserschweinen, fast schon zum Knuddeln. Nahe Cabo Polonio konnte man mit einem Boot zum Monte de Ombues gelangen. Diese Bäume sind einfach unbeschreiblich und erinnern an die fantastische Welt von Alice im Wunderland. Diverse Wasservögel waren zu beobachten, aber auch Leguane und ein Gürteltier machten die Aufwartung.
Zurück in Montevideo waren wir vormittags, sodass wir nach der Abgabe des Mietwagens die Rambla entlanglaufen und schließlich die Altstadt erkunden konnten. Zum Glück mit schönem Wetter, denn am Sonntag kam ein heftiger Sturm, der einen nach wenigen Minuten komplett durchnässte. So blieben wir im Hotel, bzw. schafften es gerade so (etwas nass) ins nahe gelegene Einkaufszentrum im Bankendistrikt. Montagvormittags hatte wir noch Zeit für das Karnevalsmuseum in der Altstadt nahe dem Hafen.
Das war nun unsere fünfte Tour mit Napur Tours in Südamerika. Nochmals vielen Dank!